BUNDESVERBAND WASSERSPORTWIRTSCHAFT E.V.

Milliardengeschäft Wassertourismus

Wassertouristische Aktivitäten wie Segeln, Motorbootfahren, Charterboot-Tourismus, muskelbetriebenes Wasserwandern, Funsportarten, Angeln sowie Fahrgastschifffahrt befinden sich seit Jahren auf Wachstumskurs. Dafür ist ein durchgängiges Netzwerk an Bundeswasserstraßen, von denen es im Binnenbereich immerhin 7.300 Kilometer gibt, eine Grundvoraussetzung. Insbesondere die für die Güterchifffahrt nicht mehr wichtigen 2.800 Kilometer an Nebenwasserstraßen sind für die zukünftige Entwicklung dieses Freizeit- und Wirtschaftsbereiches von überragender Bedeutung.

Die aktuelle Diskussion über die Zukunft dieser Nebenwasserstraßen vor dem Hintergrund des von der Bundesregierung verabschiedeten Bundesprogrammes „Blaues Band Deutschland“ hat die Tourismusbeauftragte der Bundesregierung, Iris Gleicke, MdB, veranlasst, die wirtschaftlichen Potenziale des Wassertourismus in Deutschland untersuchen zu lassen. Aus gutem Grund. Das Bundesprogramm „Blaues Band Deutschland“ setzt auf die Renaturierung von Fließgewässern und Auen und nimmt dabei besonders die für den Wassertourismus existenziellen Nebenwasserstraßen in den Fokus.

Vor diesem Hintergrund ist es besonders wichtig, belastbare Aussagen über die wirtschaftliche Bedeutung des Wassertourismus in Deutschland treffen zu können. Immerhin sind Wassersport und Wassertourismus in vielen Regionen Deutschlands wichtige Säulen der wirtschaftlichen Entwicklung und gerade in ländlichen, strukturschwachen Gebieten eine unverzichtbare Einnahmequelle.

Die nun vorgelegte Studie, die von mediamare consulting Peter Dörnfeld inhaltlich bearbeitet wurde, kommt zu wichtigen wichtigen Ergebnissen: „Aus der touristischen Nachfrage werden rund 4,215 Mrd. Euro Bruttoumsatz (A.d.V.: ausschließlich an Bundeswasserstraßen!) generiert. Die daraus induzierten Einkommenseffekte im Rahmen der 1. und 2. Umsatzstufe belaufen sich auf 1,844 Mrd. Euro. Daraus ergibt sich ein Einkommensäquivalent von 66.519 Personen, die ihren Lebensunterhalt durch den Wassertourismus an Bundeswasserstraßen bestreiten können.“

Neben einer Analyse der Ist-Situation an den einzelnen Bundeswasserstraßen bietet die Studie auch eine Einschätzung der Nachfragepotenziale. Ein Aspekt, den das Bundesministerium für Verkehr in seinen Betrachtungen bisher völlig außer Acht gelassen hat, der aber für eine weitere positive Entwicklung des Wassertourismus von erheblicher Bedeutung ist. Unsere Nachbarn in den Niederlanden machen es uns vor. Im Fokus steht dort die Frage, ob und wie eine Wasserstraße entwickelt werden kann, nicht deren aktueller Status.

Die komplette Studie kann beim Bundesministerium für Wirtschaft heruntergeladen werden:

www.bmwi.de/Redaktion/DE/Publikationen/Tourismus/potenziale-des-wassertourismus-in-deutschland.html