BUNDESVERBAND WASSERSPORTWIRTSCHAFT E.V.

Überwiegend freundlich

 

Das sagt die Branche:


Alper Güvenc, Le Boat: „Wir als Motorbootanbieter verzeichnen für die Saison 2018 zufriedenstellende Geschäftsergebnisse. Die neuen Horizon Modelle, die mit zwei, drei, vier und fünf Kabinen buchbar sind, werden sehr nachgefragt. Die Frühbuchermonate November, Dezember und Januar haben mit zwölf Prozent höheren Verkaufszahlen gegenüber dem Vorjahr unsere Erwartungen übertroffen. Das Fahrgebiet mit dem größten prozentualen Wachstum gegenüber dem Vorjahr ist Belgien mit 33 Prozent, gefolgt von Frankreich mit zehn Prozent. Le Boat bietet seit Mai 2018 eine Abfahrtsbasis in Kanada an. Die Buchungen für das neue Fahrgebiet laufen sehr gut, und für 2019 wird die Flotte um weitere Horizon Boote vergrößert.

Reik Eiselt, Baltic Yachtpoint: „Das Jahr 2018 lief bis nach Ostern sehr verhalten, da es Ostern noch recht kalt war und Schnee lag. Ab Mai liefen dann die Geschäfte. Wenn ich von meinem Unternehmen ausgehe, kann ich sagen, dass es bis jetzt ca. 20 Prozent weniger Boote als im Vorjahr sind. Die Kunden zeigen sich etwas verhalten – abwartend. Ich hoffe, dass die Wetterbedingungen im Sommer so bleiben und damit einiges wettgemacht werden kann.“

Rolf Brezinsky, PC-Ostseecharter: „Als Agentur bieten wir vor allem Segelyachten in der Ostsee und im Mittelmeer an. Für die Ostsee hatten wir in der Vorbuchungszeit zwischen Dezember und Februar verhaltene Nachfragen, hier wirkt sich stets die Wettersituation des Vorjahres aus. Nach den beiden letzten
verregneten Sommern in der Ostsee hat uns das auch nicht weiter überrascht. Aber mit Einsetzen der hochsommerlichen Temperaturen im Mai drehte sich die Situation, und wir registrierten weitaus mehr Kurzbuchungen für die Ostsee als vor einem Jahr. Viele unserer Stammkunden wichen aber auch auf Mittelmeerziele aus, wobei Kroatien vor griechischen Gewässern und der italienischen Toskana-Küste um Elba am stärksten nachgefragt war – auch wenn an der dalmatinischen Küste die Gesamtkosten einer Charter inklusive der Gebühren für Häfen und Ankerbojen sowie der Kosten für Restaurantbesuche höher sind als in der Ostsee. Noch am günstigen sind die Nebenkosten in Griechenland, während sie auf den Balearen am höchsten sind – was dieses Revier bei unseren Kunden auf Rang vier landen lässt.“

Richard Verkleij, Navico: „Über die Entwicklungen im Markt sind wir positiv gestimmt. Das relativ kalte Wetter bis Ende April war allerdings spürbar, jedoch hat sich die Lage im Nachhinein wesentlich verbessert. Viele Kunden haben in den letzten Wochen das nachgeholt, was in April nicht passiert ist. Unsere Erwartung nach, werden wir 2018 das Ergebnis über dem von 2017 abschließen.“

Bernd Wegner, Robert Lindemann: „Die insbesondere im Einzelhandel eher durchwachsene Saison 2017 hatte zur Folge, dass die Auftragseingänge aus diesem Bereich im ersten Quartal deutlich niedriger waren. Der lange, kalte Winter und ein früher Ostertermin führten dazu, dass viele Boote das Frühjahr hoch und trocken verbringen durften, was auch die Gewerke im Yachtservice deutlich zu spüren bekamen. Umso erfreulicher Mai und Juni, die alle negativen Trends des ersten Quartals drehten. Die Sonne scheint, die Boote sind im Wasser und werden auch benutzt. Der Trend zu hochwertiger Ausrüstung und Komfort-Investitionen an Bord hält an. Die Umsätze in Bugstrahlrudern, Ankerwinden, Kühlboxen, Toilettensystemen, Hydrauliksteuerungen, aber auch Investitionen in Segel und Rigg sind auf einem deutlich höheren Niveau als im Vorjahr. Wir gehen deshalb weiterhin von einem gesunden Umsatzzuwachs im einstelligen Bereich für 2018 aus.“

Joachim Pfister, Boote Pfister: „Der Bootsmarkt ist in Bewegung. Sea Ray schließt in den USA die Bereiche Sport Yacht und Yacht und baut die Bereiche Sportboot und Cruiser weiter aus. Seit der Messe Düsseldorf spüren wir ein verändertes Nachfrageverhalten, dem wir uns in der Zukunft anpassen werden. Die Strafzölle werden einige Veränderungen auf dem europäischen Markt bringen. Auch wir sind davon direkt betroffen. Wir versuchen daher, unser Produktportfolio der aktuellen Situation bestmöglich anzupassen.“

Leo Joecken, RaJo-Boote: „Die Nachfrage läuft seit der boot im Januar konstant gut, besonders in der Größenordnung 5,60 bis 6,30 m. Interessanterweise verzeichnen wir eine Verjüngung unsere Kunden hin zur Altersklasse 35 bis 45 Jahre: Familien mit Kindern ab zehn Jahren. Vertreten sind dabei Einsteiger, Umsteiger von Schlauchbooten und Personen, die zuvor gechartert hatten. Unser Saisonfazit ziehen wir bereits Ende Juli – und das wird sehr gut ausfallen. Ich kann wirklich nicht klagen.“

Stefan Breck, Yachtwerk: „In der Charter ist die Nachfrage gut, insbesondere für Yachten mit Crew. Leider wird insbesondere bei den kleineren Motoryachten immer kurzfristiger gebucht, da alle sehr beschäftigt sind und nicht langfristig planen können. Beim Yachtverkauf gibt es eine große Nachfrage und Kaufbereitschaft. Größen ab 60 Fuß gehen bei uns am besten.“

Stefan Frauscher, Frauscher Boote: „Unser Wirtschaftsjahr geht von September bis Ende August. Im Zeitraum 2016/17 konnten wir ein Rekordergebnis verbuchen. Wir können schon jetzt sagen, dass wir den Rekordumsatz aus dem letzten Jahr einstellen werden und damit September 2017/August 2018 wahrscheinlich sogar eine leichte Steigerung verzeichnen können.

Hanse Yachts mit seinen diversen Bootsmarken (Hanse, Moody, Dehler, Pivilege, Fjord und Sealine) ist als börsennotierte Aktiengesellschaft gehalten, einen Geschäftsbericht zu veröffentlichen, wobei bei der Gruppe das Geschäftsjahr jeweils vom 1. Juli bis zum 30. Juni läuft. Zum 31. Dezember 2017 verzeichnete man mit einem Auftragsbestand in Höhe von 87 Millionen € den größten in der Firmengeschichte. In den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres (1. Juli 2017 bis 31. März 2018) konnte der Umsatz gegenüber dem Vorjahresvergleichszeitraum um sechs Prozent auf 85,2 Mio. € gesteigert werden, der Auftragsbestand um 12,7 Prozent auf 69,4 Mio. €. Unter Berücksichtigung der Ertragsteuern betrug das Konzernergebnis – 5,9 Mio. €. Zur Ergebnisverbesserung wurden Optimierungsmaßnahmen sowohl in der Entwicklung, Produktion, Logistik wie auch im Einkauf in die Wege geleitet, die in diesem Geschäftsjahr aber nicht mehr voll zur Wirkung kommen werden, weswegen die HanseYachts AG zum 30. Juni 2018 einen  Konzernverlust ausweisen wollte. Der Vorstand geht davon aus, dass das folgende gesamte Geschäftsjahr 2018/2019 wieder ein positives Konzernergebnis bei einem moderaten Umsatzwachstum ausweisen wird.

Stefanie Heß, Sunsail/The Moorings: „Kroatien bleibt für die Sommersaison 2018 der größte Markt, aber mit einem geringeren Plus als in den Vorjahren. Größter Gewinner im Mittelmeer ist Griechenland mit einem Plus von 15 Prozent. Die Nachfrage nach Mallorca ist für den Sommer 2018 etwas gesunken, was vielleicht auf die negativen Schlagzeilen beispielsweise zur Wasserqualität in letzter Zeit zurückzuführen ist. Wir verzeichnen eine größere Nachfrage vom amerikanischen Markt, es sind rund 35 Prozent mehr Buchungen, vor allem von großen Kats. Der Verkauf der Wintersaison ist gut angelaufen, besonders Seychellen und Thailand verzeichnen ein gutes Plus. BVI und St. Martin werden immer noch weniger nachgefragt, andere Karibikdestinationen befinden sich auf gleichem Niveau wie im Vorjahr.