BUNDESVERBAND WASSERSPORTWIRTSCHAFT E.V.

Investor dringend gesucht


Dem Antrag der Bavaria Yachtbau GmbH entsprechend, hat das Amtsgericht Würzburg am 23. April dieses Jahres ein vorläufiges Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung eröffnet. Oberste Priorität genießt jetzt die Suche nach einem Investor.

Nachdem Bavaria trotz nach eigenem Bekunden guter Auftragslage nicht in die Gewinnzone kam, hatten die beiden Gesellschafter Oaktree Capital und Anchorage Capital offensichtlich den Glauben an eine bessere Zukunft verloren und weiteren Finanzspritzen eine Absage erteilt.

Die bisherige Geschäftsführung wurde durch Dr. Tobias Brinkmann, Fachanwalt für Insolvenzrecht und Partner in der bundesweit tätigen Kanzlei Brinkmann & Partner, ergänzt. Er verfügt über umfangreiche Erfahrungen in der Werftensanierung. Der bisherige CEO, Lutz Henkel, ist aus der Geschäftsführung ausgeschieden.

Tobias Brinkmann räumte in einem Gespräch mit der „Wassersport-Wirtschaft“ ein, dass die erhebliche Schuldenlast allein nicht in die Insolvenz geführt habe und wies auf die mangelnde Kontinuität in der Geschäftsführung hin. Fünf Geschäftsführer in zehn Jahren, von denen einige keine Branchenerfahrung hatten, sind wahrlich keine gute Grundlage, um ein Unternehmen dauerhaft und zielgerichtet weiterzuentwickeln. In einer Zeit fortschreitender Konzentrationsprozesse in der Bootsbauindustrie wäre es möglicherweise ein guter Weg, gemeinsam mit einem starken Partner aus der Branche den Weg in die Zukunft zu gestalten. So könnte aus einem bitteren Gang zum Amtsgericht noch ein Gewinn für die deutsche Wassersportwirtschaft werden. Bei Redaktionsschluss standen die Ergebnisse der Suche nach einem Investor noch aus.